Corsair iCUE 465X RGB im Test

Die neue iCUE-Serie bekommt direkt weiteren Zuwachs. Das Corsair iCUE 465X RGB greift das Design der Crystal-Modelle auf und bringt gleich drei LL120 RGB-Lüfter samt Lighting Node Core mit. Trotz Glasfront hat auch der Airflow überzeugt, wie unser Test zeigen wird!

Corsair iCUE 465X RGB: Details

Verpackung und Lieferumfang

Das iCUE 465X RGB von Corsair wird in braunem Karton geliefert, auf dem das Gehäuse grafisch skizziert und technische Daten aufgelistet sind. Große Extras im Lieferumfang gibt es, wie bei Corsair üblich, nicht. Kabelbinder und Schrauben müssen reichen. Wir würden uns aufgrund der Wiederverwendbarkeit in Zukunft Klettkabelbinder wünschen. Untergebracht ist das Zubehör in einem kleinen Karton, der im Laufwerkskäfig befestigt ist.

Technische Daten

  • Gehäuse-Typ Midi – Tower
  • Maße 216 × 465 x 467 mm (B x H x T)
  • Material Stahl, Kunststoff, Glas
  • Gewicht 9 kg
  • Formfaktor ATX, mATX, mini-ITX
  • Einschübe
    • 5,25″ (extern) –
    • 3,5″ (extern) –
    • 3,5″ (intern) 2 x
    • 2,5″ (intern) 4 (6) x
  • Erweiterungs-Slots 7 x + 2 x vertikal
  • Maximale CPU-Kühler Einbauhöhe 160 mm (165mm gemessen)
  • Maximale Grafikkartenlänge 370 mm
  • I/O-Panel
    • 2x USB 3.1 Gen 2
    • Klinkenanschluss (4 Pol)
    • Power
  • Fenster ja
  • Dämmung nein
  • Lüfter-Steuerung nein (nur Beleuchtung)
  • Derzeitiger Straßenpreis 125€

Corsair iCUE 465X RGB: Impressionen

Außen


Das iCUE 465X RGB ist das zweite Gehäuse der neu geschaffenen iCUE Serie, die mit dem iCUE 220T Airflow Premiere feierte. Die Bezeichnung 465X RGB lässt natürlich an einen Nachfolger des 460X RGB aus der Crystel-Reihe denken, die ein ähnliches Designkonzept verfolgt.

Mit 216 x 465 x 467 mm ist das 465X RGB ein typischer Miditower und deutlich größer als das kleine 220T. In der Breite spart Corsair jedoch erneut, was in einer CPU-Kühlerhöhe von nur 160mm resultiert – beliebte Towerboliden müssen daher draußen bleiben.

Front und Seite des 465X bestehen aus Hartglas mit schwarzen Blenden. Bei ersterer hat Corsair den Abstand zum Chassis und die Seitenöffnungen sehr groß gewählt, um den Airflow zu verbessern. Mit Erfolg, denn das 465X RGB büßt trotz Glasfront kaum Temperatur ein und ist für uns das erste Glas-RGB-Gehäuse mit diesen Qualitäten. Der dahinterliegende Staubfilter trägt durch seine X-förmigen Streben, die genau über den Lüfternaben der drei LL120 Lüfter sitzen, zum Design der Front bei.

Die LL120 Lüfter gehören mit ihrem unabhängig beleuchtetem Rahmen nicht nur zur Creme de la Creme der RGB Lüfter, sondern stellen den Anschaffungspreis des 465X in einem ganz anderen Licht dar. Der mitgelieferte Dreierpack kostet samt Steuerung knapp 85€ und auch wenn der verbaute Lighting Node Core Controller ein wenig abgespeckt ist, sind die veranschlagten 130€ sehr fair.

Zur Reinigung und (De)Montage der Lüfter kann die Glasscheibe samt Kunststoffunterbau mittels der vier langen Schrauben schnell entfernt werden, der Staubfilter haftet magnetisch am Gehäuse. Der Stahl der Front hat runde Ausschnitte für 120mm Lüfter, die optionalen 140mm Lüfter wären also zum Teil verdeckt. Es ist klar, dass hier in erster Linie an die drei LL120 gedacht wurde, die dafür aber entsprechend gut abgedichtet sind.

Oben auf einem gesonderten Kunststoffbauteil ist das I/O-Panel eingelassen, welches mit Power, Reset, zwei USB 3.2 Gen 1 Ports und einem 4Pol Audioanschluss recht aktuell daherkommt. USB-Type-C wäre in der über 100€ Klasse zwar durchaus angebracht gewesen, fehlt jedoch.

Der Deckel steht nahezu vollständig für Lüfter zur Verfügung, ein magnetischer Staubfilter schützt die großzügige Perforierung. Auffällig ist, dass nur im vorderen Bereich Platz für einen 140mm Lüfter ist, hinten im Bereich des Mainboards jedoch nicht. Dort ist man auf 120mm beschränkt und somit sind auch 280mm Radiatoren nicht kompatibel.

Im Heck findet ein 120mm Lüfter Platz, wird aber leider nicht mitgeliefert. Das war schon im 220T ein Kritikpunkt. Neben den 7 konventionellen Slotblenden sind zwei Vertikale verbaut, die jedoch herausgebrochen werden müssen – zum Experimentieren natürlich nicht so praktisch.

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Für den nötigen Bodenabstand sorgen vier runde, silberne Standfüße mit gummierten Standflächen. Der Staubfilter am Boden schützt das Netzteil und kann nach hinten ausgezogen werden, was immerhin komfortabler ist als das Gehäuse umdrehen zu müssen. Ansonsten bietet der Boden keine Lüftergitter. Es fallen jedoch die Schrauben auf, die zeigen, dass dort ein HDD-Käfig verbaut ist, der sich entnehmen lässt. Eine alternative Position gibt es jedoch nicht.

Während das linke Seitenteil aus 4mm Hartglas besteht, verziert mit schwarzem Rahmen, ist das rechte Seitenteil aus 0,65 mm dünnen Stahl. Auch wenn das nicht sonderlich stabil ist, entspricht es dem derzeitigen Standard.
Ansonsten überzeugt das 465X mit einer sehr ordentlichen Verarbeitung. Gleichmäßige Spaltmaße von Metall wie Kunststoff und sorgfältig bearbeitete Kanten an allen drei Materialien. Die Mechanismen funktionieren allesamt gut und die Gewinde sind sauber geschnitten.

Innen


Spätestens wenn man sich den Innenraum ansieht erkennt man, dass das 465X RGB das gleiche Chassis wie das Carbide 275R hat. Heißt, wir haben einen zweigeteilten Innenraum mit einem Netzteiltunnel aus Stahl, der vorn um über einen Ausschnitt für Radiatoren verfügt. Trotz hineinragendem Lüfter bleiben 37mm für einen Radiator übrig, wobei der Fokus in dem Case klar bei AiO Kühlungen liegt.

Während die Perforierung im Bereich des Netzteils gut durchdacht ist, sind die Kabelöffnungen in der Abdeckung nicht ganz ideal. Eine kleine linksseitig und nah am Board übernimmt typischerweise das Audio-Kabel des Frontpanels. Rechts gibt es eine große mit Silikonmanschette, die etwas weiter in die Mitte gerückt ist. Je nach Boardlayout müssen die übrigen Gehäusekabel etwas auffälliger verlegt werden. Rechts neben dem Board darf man sich jedoch über zwei große und gut platzierte Öffnungen freuen.

Deutlich enger geht es im Deckel zu, der nur ca 19mm Abstand zum Mainboard hat. Heißt sogar Lüfter ragen schon bis über das Board und müssen bei I/O Covern eventuell nach rechts verschoben werden, von Radiatoren ganz zu Schweigen. Der geringe Abstand erklärt auch warum 140mm Lüfter nur ganz rechts montiert werden können. Möchte man eine Wasserkühlung im Deckel montieren, dürfen die Mainboardbauteile 40-45mm nicht überschreiten, das gilt auch für den Arbeitsspeicher, Stichwort RGB-RAM.

Auf der Rückseite zeigt sich zunächst ein ziemlicher Kabelsalat. 3 Lüfter mit je zwei Kabeln und die Lighting Node Core Platine bringen einiges an Strippen mit. Die Unterschiede zum Lighting Node Pro hatten wir im Test des 220T bereits beschrieben.

Insgesamt vier 2.5“ Laufwerke können an der Rückseite befestigt werden, zwei auf Brackets unter dem -Ausschnitt und zwei direkt am Gehäuseblech in Richtung Front. Da zum Seitenteil nur 16mm Platz bleiben, ist das Anschließen je nach Netzteilkabeln etwas knifflig.

Wer den Netzteilkäfig für zwei weitere Laufwerke bis 3.5“ nicht benötigt kann einen Großteil der Kabel in dem Freiraum verstauen. Das sollte man sich jedoch vor dem Einbau überlegen, da sich der Käfig aufgrund des Gehäusebleches nicht einfach herausziehen lässt. Stattdessen muss er an der Montageposition des Netzteil entnommen werden, was mit montierten Netzteil logischerweise nicht möglich ist.

Das Netzteil selbst darf mit montiertem Käfig 180mm lang sein und wird auf kleine Puffer gelegt.

Corsair iCUE 465X RGB: Messungen

Wie unsere Messungen im Detail ablaufen ist auf der Unterseite „So testen wir Gehäuse“ nachzulesen.

Temperaturen

Das 465X RGB ist das Paradebeispiel dafür, dass RGB Gehäuse mit Glasfronten dennoch gute Temperaturen liefern können. Drosseln wir die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) (ca. 56%) liegen CPU und GPU auf 47.6K, ein Superwert. Dürfen die LL120 ungedrosselt bei vollen 1500 rpm arbeiten, sinken die Temperaturen gen 40k. Das ähnlich ausgestattete Matrexx 55 ist bis zu 11k wärmer!

Ein zusätzlicher Hecklüfter bringt in beiden Szenarien bis zu 3Grad bessere Temperaturen.

Lautstärke

Die Umgebungslautstärke betrug 33,5 dB(A), die es bei den Messungen zu berücksichtigen gilt.

Die drei LL120 Lüfter haben mit jeweils 1500 rpm eine entsprechende Geräuschkulisse. Wir haben im Mittel 46.8dB(A) gemessen. Abgesehen davon ist das Laufgeräusch auf einem sehr guten Niveau. Auch gedrosselt sind keine störenden Nebengeräusche zu verzeichnen. Motorengeräusche haben wir nicht feststellen können.

Corsair iCUE 465X RGB: Fazit

Für RGB-Fans hat Corsair ein richtig tolles Gehäuse im Angebot, das sowohl optisch viel her macht, aber auch in punkto Leistung überzeugen kann. Der Hersteller schafft es als einer der Wenigen eine Glasfront zu liefern, die die Temperaturen nicht zu sehr strapaziert.

In Sachen Design überzeugt das 465X RGB auf ganzer Linie. Das Glas ist gut integriert, die Staubfilter perfekt auf die Lüfter zugeschnitten und die LL120 sind ohne Zweifel ein Hingucker. Perfekt wird das Ganze durch den Lighting Node Core Controller und iCUE, hier können sich RGB-Liebhaber richtig austoben.

Da verzeiht man auch gerne kleine Schwächen am Chassis, die vom 275R übernommen wurden. So ist im Deckel so gut wie kein Platz – ohnehin geht es im 465X recht eng zu. Auch Kabelführung und der HDD-Käfig sind nicht optimal gelöst.

Das iCUE 465X RGB ging zum Release mit einer UVP von 135€ an den Start, hat sich mittlerweile bei knapp unter 125€ eingependelt. In Anbetracht der mitgelieferten Lüfter ist das ein Schnäppchen, das wir als solches prämieren wollen.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Abschließend wollen wir uns bei Corsair für die Bereitstellung der Samples und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Corsair iCUE 465X RGB

Fazit

Optischer ein Kracher mit sehr guten Temperaturen. Kleine Schwächen am Cassis schmälern den Eindruck

Overall
7.9/10
7.9/10
  • Austattung - 8/10
    8/10
  • Verarbeitung - 8.5/10
    8.5/10
  • Temperaturen - 7.5/10
    7.5/10
  • Preis/Leistung - 7.5/10
    7.5/10

Pros

  • ordentliche Temperaturen
  • leuchtstarke Corsair LL-Lüfter
  • Lighting Node Core integriert
  • Verarbeitung

Cons

  • etwas wenig Platz für Hardware
  • Kabelmanagement nicht optimal
  • HDD-Käfig verbesserungfähig
  • kein Hecklüfter

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