Sennheiser GSP 670 im Test

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Sennheiser GSP 670 Review

Im heutigen Test werfen wir einen Blick auf das GSP 670, Sennheiser’s kabelloses Top-Model. Es handelt sich dabei quasi um die wireless Variante des beliebten GSP 600. Wie lange der Kopfhörer im Alltag durchhält und vor allem wie er klingt, erfahrt Ihr auf den nachfolgenden Seiten.

Sennheiser GSP 670 im Detail

Verpackung und Lieferumfang

Das Headset wird ansprechen drapiert und sehr gut gepolstert in einer recht simpel aufgemachten, vorwiegend weißen Verpackung ausgeliefert.

Lieferumfang

Der Lieferumfang umfasst einen kompakten USB-Empfänger, ein 1.5 m langes USB-Kabel Ladekabel und eine Anleitung.

Technische Daten

Kopfhörer

Typ Geschlossen, Ohrumschließend
Treiber 50 mm
Frequenzbereich 10 – 23000 Hz
Impedanz
Empfindlichkeit 112 dB

Mikrofon

Richtcharackteristik Omni-Direktional
Frequenzbereich 10 – 7300 Hz
Empfindlichkeit

Allgemein

Gewicht 398 g
Kabellänge 1,5 m (Ladekabel)
Anschlüsse – Kabellos via USB Dongle
– Bluetooth 5.0
Sonstiges – bis zu 20h Akkulaufzeit
– Schnellladefunktion
– Noise Cancelling Mikrofon

Für die Klangerzeugung setzt Sennheiser auf 50mm Neodym Treiber, welche grade auch in Verbindung mit der geschlossenen Bauweise für ein gutes Tiefton Fundament sorgen sollten.

Das Headset wird wahlweise über den mitgelieferten 2,4GHz Dongle oder Bluetooth verbunden. Ein Betrieb über das Kabel ist prinzipiell nicht vorgesehen, allerdings ist eine Weiternutzung während des Ladevorgang möglich.

Das Headset kann übrigens neben dem PC auch an der PS4 genutzt werden. XBOX One oder Switch werden nicht unterstützt.

Optik und Verarbeitung

Designtechnisch wirkt das GSP 670 auf den ersten Blick ein wenig wie von einem anderen Stern und zieht damit definitiv die Blicke auf sich. Die Farbgestaltung geht Sennheiser mit Schwarz und dunklem Grau sehr zurückhaltend an und verzichtet (glücklicherweise) komplett auf RGB Beleuchtung.

Gesamtansicht

Rein verarbeitungstechnisch gibt es an sich nichts groß zu meckern, es wurde weitestgehend sauber gearbeitet und die Spaltmaße stimmen. Allerdings stören wir uns bei einem Headset mit einem Preispunkt von 300€ schon ein wenig daran, dass dieses überwiegend aus Plastik besteht und die Oberflächen direkt beim Auspacken teilweise schon kleinere Kratzer aufweisen. Der Mikrofonarm wirkt zudem optisch alles andere als hochwertig.

wenig flexibler Mikrofon Arm

Bei einem Gewicht von knapp 400 Gramm kann man hier die Materialwahl nicht mal vernünftig argumentieren. Im Vergleich hat beispielsweise das Corsair Virtuoso deutlich hochwertigere Materialien verwendet und war dabei sogar noch leichter.

Komfort

Das GSP bietet ein großzügig und weich gepolstertes Kopfband, mit einem robust wirkenden Stoffbezug. Die oval geformten Ohrmuscheln haben ebenfalls ein sehr angenehm weiche Memory-Schaum Polsterung und ein einen interessanten, dreigeteilten Bezug. Der äußere Ring besteht aus Kunstleder, die am Kopf anliegende Fläche aus einer Art samtigem Naturleder und der innere Ring aus einem luftdurchlässigen Mesh-Material. Die Ohrpolster lassen sich bei Bedarf austauschen, ein neues Paar gibt es für rund 20 Euro.

dicke Ohrmuschel-Polster

Für unterschiedliche Kopfgrößen lässt sich der Kopfbügel des GSP 670 selbstverständlich im Umfang verstellen. Außerdem kann auch der Anpressdruck mit zwei Reglern auf der Oberseite angepasst werden.

weiches Kopfband-Polster

Das vergleichsweite breite, Omnidirektionale Mikrofon lässt sich bei Nichtgebrauch hochklappen und wird so auch gleich gemutet – praktisch! Der mittlere Teil des Arms ist flexibel, präsentiert sich im Alltag aber doch als relativ störrisch und lässt nur minimale Anpassungen zu.

Anpassbarer Anpressdruck

Funktionen

Am Headset finden sich verschiedene Rädchen und Tasten, welche teilweise sehr gekonnt ins Design integriert wurden.

Lautstärkeregler

Auf der rechten Ohrmuschel findet sich, recht unscheinbar, ein großer Drehregler zur Regulierung der Gesamtlautstärke bzw. zum Abschalten des GSP 670. Dazu dreht man den Regler einfach bis zum unteren Anschlag. Unterhalb des großen Drehreglers findet sich noch eine kleines Drehrad, hier wird die Sprachlautstärke geregelt.

Am untersten Punkt der Ohrmuschel ist zudem eine kleine Taste angebracht. Diese geht die verschiedenen Equalizer durch bzw kann Surround Sound aktiveren.

alle Funktionen an den Ohrmuscheln untergebracht

Weiter geht es auf der linken Ohrmuschel. Neben einem, leider etwas altbackenen Micro-USB Anschluss (zum Laden) findet sich eine LED, welche Auskunft zur Akkuladung gibt oder den Pairing Modus signalisiert. Außerdem findet sich hier noch ein kleiner Schalter. Wird dieser kurz gezogen, dann bekommt man eine Ansage zur verbleibenden Akkukapazität. Wird der Schalter länger gezogen, dann wechselt das Headset in den Bluetooth Pairing Modus.

Sennheiser GSP 670 Praxischeck

Sennheiser Gaming Suite

Die Inbetriebnahme könnte einfacher kaum sein, denn Dongle und Headset stellen die Verbindung automatisch her. Das funktioniert am PC genau wie an der PS4.

Am Rechner sind allerdings durch die Sennheiser Gaming Suite noch einige Anpassungen möglich. So zeigt die Software den Akkustand und ermöglich den Wechsel zwischen vordefinierten Equalizern und Anpassung des Mikrofons.

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Auch eigene Profile können selbstverständlich angelegt werden. Neben dem 5 Band Equalizer gibt es auch eine 7.1 Surround Simulation.

Klangcheck

Wir haben zur klanglichen Beurteilung ein Beyerdynamic MMX300 mit Velourpolstern herangezogen.

Die Bühne des GSP 670 ist recht schmal, was für ein Headset mit geschlossener Bauweise aber nicht weiter ungewöhnlich ist. Das Klangbild präsentiert sich sehr dynamisch und ist insgesamt in allen Frequenzlagen extrem detailreich und gut. Der Hochtonbereich wirkt etwas runder bzw. angenehmer als beim Beyerdynamic. Der Mittel und Tieftonbereich ist herrlich satt und bietet etwas mehr Tiefgang als das MMX300. Auch bei maximaler Lautstärke bleibt der Klang sauber, allerdings fällt diese auch nicht sonderlich hoch aus.

Das Headset hat, unabhängig von der Lautstärkeeinstellung immer ein leichtes Grundrauschen. Trotzdem ist das GSP 670 klanglich bis jetzt das beste kabellose Headset, was wir auf den Ohren hatten. Eine Latenz durch die kabellose Verbindung konnten wir übrigens nicht feststellen. Sobald wird uns mehr als 8 Meter vom Dongle entfernt hatten, gab es immer mal wieder aussetzer bei der Übertragung.

Mikrofon ohne Popschutz

Das Mikrofon filtert dank Noise Canceling Hintergrundgeräusche zuverlässig aus der Sprachübertragung raus. Trotz des wenig flexiblen Arms wird die Stimme immer zuverlässig aufgenommen. Es gibt zwei Mikrofon-Modi zu Auswahl, klar und warm: Der klare Stimmmodus klingt etwas blechern, der warme Modus hingegen sehr natürlich.

Tragekomfort

Das GSP670 ist dank der dicken Memory-Foam Ohrpolster und dem anpassbaren Anpressdruck sowie der zweiachsigen Metall-Scharniere an den Ohrmuscheln super bequem. Auch mit Brille drückt nach mehreren Stunden nichts am Kopf.

Einstellbares Kopfband

Eine mäßige Hitzeentwicklung war durch den Polsterbezug an den Ohren spürbar, aber noch weit entfernt davon unangenehm zu werden.

Nach 4 Stunden Dauereinsatz hat man das rund 400 Gramm schwere Headset allerdings schon leicht im Nacken gespürt.

Akkulaufzeit

Um die Akkuleistung zu bewerten haben wir das Sennheiser GSP 670 vollständig geladen und dann die Nutzungsdauer über mehrere Tage gemessen. Das Headset ist dabei dauerhaft im Standby verblieben und wurde immer mit einer Lautstärke von 75% verwendet.

Nach 5 Tagen Standby und insgesamt 12 Stunden effektiver Nutzung inklusive Teamspeak war der Akku leer. Die Nutzungsdauer liegt also im angegebenen Rahmen. Damit kommt es zwar nicht an das vor wenigen Wochen getestete Sennheiser GSP 370 ran, klingt dafür aber auch nochmal besser.

Das GSP 670 bietet darüber hinaus einen Schnelllade-Funktion. Hier lässt sich das HEadset in 7 Minuten für 2 Stunden Betriebsdauer aufladen.

Der Akku ist leider fest verbaut, sodass dieser bei Verschleiß nicht ohne weiteres selber getauscht werden kann.

Sennheiser GSP 670 Fazit

Das Sennheiser GSP670 möchte gerne ein Headset im Premium Segment sein und rein klangtechnisch würden wir diese Einordnung auch unterschreiben. Auch wenn die geringe Maximallautstärke und ein leichtes Grundrauschen das Empfinden etwas schmälern. Das Headset liefert insgesamt ein sehr voluminöses und detailliertes Klangbild ab. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 20 Stunden stellen auch längere Zocker-Sessions kein Problem dar. Die kabellose Verbindung hat zudem latenzfrei und zuverlässig funktioniert. Viele Funktionen, wie die Lautstärkeregelung, Umschalten von Equalizern oder das Muten des Mikrofons wurden intelligent und unauffällig ins Design des GSP 670 integriert, sodass man auf eine Kabelfernbedienung verzichtet.

Allerdings stören wir uns bei einem Headset mit einem Preispunkt von 300€ ein wenig an dem in unseren Augen zu großzügigen Einsatz an Plastik. Das sieht weder sonderlich ansprechend aus, noch unterstreicht es den Premium Anspruch. Und bei einem Gewicht von knapp unter 400 Gramm kann man nicht mal von Gewichtssparemaßnahmen reden. Aufgrund dessen verleihen wir dem Senneheiser GSP 670 unseren Silber Award.

Fazit

Sehr guter Klang, intelligente Integration von Funktionen ins Headset aber zu viel Kunststoff für die Preisklasse.

Overall
7.1/10
7.1/10
  • Klang - 9.5/10
    9.5/10
  • Tragekomfort - 7.5/10
    7.5/10
  • Materialwahl/ Verarbeitung - 6.5/10
    6.5/10
  • Preis/ Leistung - 5/10
    5/10

Pros

  • sehr guter Klang
  • Sehr gute Sprachqualität
  • PS4 kompatibel
  • sehr hoher Tragekomfort
  • Polster austauschbar

Cons

  • sehr viel Kunststoff
  • vergleichsweise hohes Gewicht
  • hoher Preis
Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Weiterführende Links:
Preisvergleich
Herstellerlink

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